Aerophone Freie Aerophone
 
 

Freie Aerophone

Bei Freien Aerophonen ist die schwingende Luft nicht durch den Klangkörper des Instruments begrenzt. Im Gegensatz zu den "eigentlichen Blasinstrumenten" wird die Höhe des erzeugten Tons nicht durch die Länge einer Luftsäule, sondern durch die Länge und Stärke einer schwingenden Lamelle bestimmt. Freie Aerophone sind zum Beispiel Akkordeon und Mundharmonika, ebenso wie ein zwischen den Daumen gehaltener Grashalm.

Weitere Unterteilungen erfolgen nach der durch die Anatomie des Instruments bedingten Schwingungsumgebung der Lamelle. Bei den so genannten Durchschlagzungeninstrumenten (engl. free reed instruments bzw. framed free reed instruments) sitzt die Lamelle in einem Rahmen und schlägt beim Vibrieren frei durch eine genau passende Öffnung hindurch. Zu dieser Gruppe gehören neben bekannten Instrumenten wie Harmonium, Bandoneón, Akkordeon, Melodica, Mundharmonika und Ziehharmonika auch die so genannten asiatischen Mundorgeln wie das chinesische Shen, das japanische Sho sowie das Khene aus Laos. Auch bei diesen wird die Tonhöhe einzig durch die Länge und Stärke der Lamellen bestimmt, nicht durch die Länge ihrer Klangrohre oder den daran manchmal befindlichen Spiellöchern.

Eine interessante Ausnahme bilden Instrumente wie das Hulusi und das Bawu aus China und das Ding Tac Ta aus Vietnam, die ein Bambusrohr mit Grifflöchern zur Erzeugung unterschiedlicher Tonhöhen in Verbindung mit für gewöhnlich in einer Kalebasse verbauten frei schwingenden Lamellen verwenden. Eine entsprechende Bezeichnung für derartige Instrumente wäre etwa "Freie Röhren-Aerophone", nach dem englischen Free Reed Pipes.

 
 
 
 
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