Bei der für Flöten typischen Klangerezeugung wird ein Luftstrom über eine scharfe Kante geführt, wodurch er gespalten und in Schwingung versetzt wird. In der Klassifikation von Hornbostel-Sachs heissen Flöten daher auch Schneideninstrumente. Unterschieden wird zwischen Längsflöten (engl Endblown Flutes) bei denen die dem Spieler gegenüberliegende Seite eines Rohres als Anblaskante dient (einfache Flasche, Panflöte etc.), Querflöten (Sideblown Flutes), bei denen über ein seitlich am Klangkörper befindliches Loch geblasen wird (Querflöte, Bansuri), und Kernspaltflöten (Fipple Flutes) bei denen der Luftstrom von einem Mundstück über einen Kanal direkt auf die Anblaskante geführt wird (Blockflöte).
Der Flaschenhals ist die einfachste Form einer Längsflöte. Instrumente wie die europäische Panflöte und die Zampoña oder Sinu aus Bolivien beziehen sich direkt auf dieses Prinzip, stellen aber einen Sonderfall dar, da sie mehrere Bambusröhren verschiedener Länge benutzen (Längsflötenspiele bei Hornbostel-Sachs). Einzellängsflöten wie die japanische Shakuhachi, die Quena aus Bolivien und Peru, das Xiao or Dongxiao aus China, das Danso aus Korea oder die Kaval aus Südosteuropa besitzen eine Kerbe im oberen Rand der Röhre, welche die Schwingungsbildung vereinfacht und für ein sehr charakteristisches Timbre sorgt.
Zu den Querflöten gehören neben den klassischen Konzertflöten aus dem Westen auch die Bambusflöte der klassichen nordindischen Musik Bansuri und die chinesische Dizi. Zu den Kernspaltflöten (Fipple Flutes) gehören neben der klassischen Blockflöte und der Tin Whistle von den britischen Inseln auch die Fujara aus der Slovakei und der Maceño aus Bolivien. Die beliebte Okarina, von der sowohl Kernspalt- als auch Blaslochversionen exisitieren, wird keiner der oben erwähnten Gruppen zugerechnet, da ihr Klangkörper vollständig geschlossen ist. Sie gilt stattdessen als Gefäßflöte (engl. Vessel Flute).
